Marathon de Beaujolais

Am 19. November 2011 ca. 10:30 Uhr war es mal wieder so weit. In Fleury stehe ich am Start mit über 1000 anderen Teilnehmern. Und los geht es! Wird das Training ausgereicht haben? Das Beaujolais ist ganz schön hügelig, da werden ganz schöne Höhenmeter zusammen kommen.

Es geht los! Ich gehe den Lauf ganz ganz langsam an. Vorgenommen habe ich mir unter 6 Stunden und das einschließlich der Weinverkostung, die auch diesem Marathon seinen Charme geben.


Als erstes "Durchlaufen" wir das Château de Corcelles, nicht ganz so beeindruckend wie die Schlösser an der Loire, und doch hat es seinen Charme und steht den Schlössern im Medoc in nichts nach.

Da ich noch keinen richtigen Eindruck von der Strecke habe, lasse ich die mögliche Weinprobe erst mal aus. Ich werde - so habe ich es mir vorgenommen - jeweils eine Flasche der "durchlaufenen" Schlösser kaufen und im Herbst diesen "Weinmarathon" mit Freunden nachholen, natürlich im Sitzen! 


Weiter geht es, als Letzter wie üblich und das hinter dem Besenwagen. In Frankreich wird das alles nicht so genau genommen. 

Ab Kilometer 6,5 habe ich die "Laterne" weitergegeben. Eine Läuferin und der Besenwagen sind nun dauerhaft hinter mir.



Nächste Station Château de Pizay und eine riesige Überraschung: Die Strecke führt durch den Weinkeller ebendiesen Château. Die Musik klingt gut, das "Buffet" mundet gut und der Wein ist ausgezeichnet. Fast habe ich vergessen, das ich hier einen Marathon laufe. Also weiter ....

Die Zeit auf diesem Abschnitt vergeht wie im Fluge. Ich bin immer wieder überrascht, wenn wieder die nächste Kilometermarke auf mich zukommt, und ich den Eindruck habe gerade mal 500 Meter gelaufen zu sein.

Als nächstes durchlaufen wir Château de la Terrière. Hier spreche ich mit den Zuschauern, die sich aber nicht als die Besitzer, sondern als ganz "normale" Zuschauer outen. Weinverkostung im Plastikbecher. Ist nicht so mein Ding, also weiß ich leider nicht wie der Wein hier schmeckt. 







Keine 3 Km weiter, das nächste Schloss Château Ravatys. Da es auch hier nur Plastikbecher gibt, leider kein Kommentar zum Wein. Ich bin bisher etwas mehr 15 Km gelaufen und bin sehr frisch. Vielleicht hat es etwas mit dem beginnenden schlechten Wetter zu tun: Es regnet! 

Knapp 5 Km weiter das Château de la Brasse. Anschließend Halbzeit in Charentenay. mit einem Konzert, das an frühere Jahre erinnert.

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Kurz danach das Château de Sermezy à Charentay. Ein riesen großer Park, auf den Wegen sind von  Kindern gemalte kleine Plakate aufgestellt. Wir laufen durch das "Wohnzimmer" über die Terrasse und genießen den Ausblick, unglaubliche Perspektiven.  

Die Strecke wird danach langweiliger. Keine weiteren Schlösser und auch die Leichtigkeit 1 Km gelaufen und nur 500 Meter gefühlt sind vorbei. Das Training beginnt sich auszuzahlen. Km 30 lieht hinter mir, nun sind es noch etwas mehr als 12, ein Klacks. Zwei Strecken vereinen sich: die vom Marathon und die vom Marathon. Man sieht es nicht an der Farbe der Startnummer, ob die Läufer die gesamte oder nur die halbe Strecke gelaufen sind. Zwischenzeitlich hat der Regen wieder aufgehört.


Arnes wird passiert, hier wurde der Halb-Marathon gestartet und in wenigen Minuten wird der 12,8 Km-Lauf gestartet. Ich selbst bin nun bereits über 4 Stunden unterwegs. Ein Höllenspektakel. Wenige Minuten später füllt sich die Piste mit frischen Läufern. Ich werde wieder überholt, diesmal links und rechts und jedes Mal mit viel Tempo. Es sind die frischen Läufer. Auf der einen Seite bin ich nicht mehr "alleine" unterwegs, auf der anderen Seite empfinde ich eine gewisse Unsicherheit bei den Überholmanövern.


Der Einlauf in Villefranche sur Saône war wieder sehr schön. versteckte Höfe und ein überdachter Markt mit einem kleinen Schönheitsfehler: Es ging anschließend über viele Stufen wieder auf die Strecke, die letzten 500 Meter. Im Ziel gab es Geschenke und ein nettes Andenken an den Lauf: 

Ein Weinverkostungsbecher! Elisabeth konnte mich nicht finden, denn ich war umgeben mit einer Vielzahl von Läufern, meist von denen, die die 12,8 Km gelaufen sind. Nach mir kamen noch über 25 Marathonläufer ans Ziel. Herzlichen Glückwunsch! Am Ende waren es nur 266 Meter Höhendifferenz (+266 und - 382, die aber genauso anstrengend waren). 


Der genaue Streckenverlauf ist bei Garmin aufgezeichnet. Ich schaue mal, wie viele Höhenmeter die anderen Läufe hatten. Gefühlt würde diesem hier die höchste Punktzahl geben.


© Thomas W. Grünschläger 2012 - 2016