Blog

Der Blog gibt Auskunft über Dinge rund um den privaten Bereich, den ich gerne teilen möchte.     

Marathon de Geneve 2012

Nach einer Vorbereitungszeit von 12 Wochen, x Läufe mit 543 Km Gesamtlänge, sind wir am xx. Mai 2012 gestartet. Tatsächlich ist Genf nur 280 Km von Pierrefitte. Schade das sich die Chance bei ITS damals zerschlagen hatte.

Das kleine Hotel xx, in Frankreich

Der Tag vor dem Lauf regnet es in Strömen. Wenn das so bei Lauf geregnet hätte, wäre ich nicht gelaufen. Aber am nächsten Morgen alles ganz großartig. Sonne und Wolken wie gemalt. Elisabeth bringt mich zum Start. Wir laufen fast 30 Km auf dem Plateau oberhalb von Genf. So kann ich die uns umgebende Berge in allen Richtungen genießen, ohne mich anzustrengen. Ich sehe also ....

Dann geht es ab nach unten zum See. Von weitem sehe ich bereits die Fontaine, die die Kraft und Lebensfreude darstellt. In Genf angekommen sehe ich Elisabeth und Bea am Straßenrand. Ich bin guter Dinge den Lauf in 5 Stunden zu beenden. Alles prima bis ....

.... ja bis zur letzten Verpflegungsstation. Nach einmal etwas getrunken, etwas Apfel und Banane, dann auf die letzten 5 Km. Ich habe gut 40 Minuten dafür, das sollte reichen, doch nach einer Linkskurve beginnt eine Steigung. Ca. 800 Meter laufe ich hinauf, nicht viel aber stetig. Nach einer weiteren Rechtskurve der K.O. für mich. Die gefühlte Steigung geht weiter. Ich muss gehen um meinen Puls wieder in den gewünschten Bereich zu bringen. Das kostet Zeit ist aber gesünder für mich.  5 Stunden 7 Minuten und ich bin angekommen in meiner bisher schnellsten Zeit, Glückwunsch!

Den nächsten Tag verbringen wir noch in Genf, dann geht es über Landstraßen  zurück nach Pierrefitte. 

Es war wieder ein besonderes Erlebnis!

Vorbereitung Genf 2012

Ohne Plan durch die Gegend zu laufen ist nicht meine Sache. Da Elisabeth und ich noch nie zusammen in Genf waren, passte der Marathon von Genf am 6.5. prima. Mittlerweile gibt es ihn im Bündel mit Nizza - Cannes für den 4.11.2012. Somit sind die Eckdaten des Laufkalenders klar: Genf (M) - Neuss (10 KM) - Lempdes (HM) - Nizza (M). Der Spruch von Nizza ist toll: Yes we Cannes, it´s very Nice!

Mit dem Programm und dem damit verbundenen Trainingsprogramm sollte ich spielend die bisherige Bestmarke von 1000 Km-Laufleistung in einem Jahr einstellen. Alleine die Vorbereitung für Genf umfasst 12 Wochen mit 50 Läufen und insgesamt 489 KM Strecke. 19 Läufe mit insgesamt 19 Stunden und 159 KM habe ich bereits in den Knochen. 

Übrigens bis Juni 2004 gehörte ich der aktiven Raucherfraktion an, die jeglichem Sport ablehnend gegenüberstand. Lange nachdem ich mir das Geschenk gemacht habe nicht mehr Rauchen zu müssen, habe ich Ende 2005 sehr mühselig mit dem Laufen begonnen. Dennoch habe ich mir bereits zu dem Zeitpunkt das Ziel gesetzt: In 2009 bist du beim legendären Marathon in New York dabei. So war´s denn auch.

Wettkampfhistorie - wobei das bisherige Ziel immer lautete: Ankommen! Habe Spaß und verletze dich nicht! in 2012 möchte ich etwas mehr erreichen.

2006 

  • Korschenbroich (10 KM) - das erste Mal mit vielen Menschen in einer Wettkampfsituation. Ich beginne eine Tradition Letzter zu werden.
  • Norderney (HM) - Unglaublich und dennoch, ich kann die Hälfte eines Marathons zusammenhängend laufen, ohne das mich Sanitäter oder Ärzte von der Strecke nehmen. Das macht Mut.

2007 

  • Mittel-Rhein-Marathon (HM)
  • Neuss (10 KM) - soll Tradition werden
  • Paris (HM) - gegenüber Norderney ist Paris sehr hügelig. Hier konnte ich auf den letzten 10 KM reihenweise Läufer an der Steigung überholen. Hier laufe ich bestimmt noch einmal einen Marathon.
  • Himmelgeist (HM) - die Jungs waren echt schnell, nach 5 Minuten war ich quasi alleine auf der Strecke. Habe dann kurz vor dem Ziel noch einen Läufer überholt. Pech gehabt - der letzte Läufer bekam einen Preis.
  • Baldeney-See (M) - angemeldet aber aus gesundheitlichen Gründen nicht gestartet.

2008 

  • Duisburg (HM, 15 KM, 10 KM) - immer gut um aus dem Winterphlegma raus zu kommen  
  • Essen (HM) - ist ein Erlebnis, das Ruhrgebiet zu erlaufen
  • Baldeney-See (M) - mein erster Marathon. Es soll der schnellste in Deutschland sein, ist also ganz flach. Ist ein Rundkurs, den ich zur Not nach einer Runde hätte abbrechen können. Gut um einen Marathon zum ersten Mal zu laufen. Hier gab es keinen Preis für den letzten Läufer.
  • Erftlauf (15 KM) 

2009 

  • Duisburg (HM, 15 KM, 10 KM)
  • Düsseldorf (M) - Heimspiel, erster Marathon "auf Strasse"
  • Neuss (10 KM) - naja das 2. Mal 
  • Erftlauf (15 KM) - auf der Strecke habe ich fast schon Routine
  • New York (M) - klar, da muss man mal gewesen sein, laufe ich mit 60 Jahren vielleicht noch einmal. 

2010 

  • Duisburg (HM, 15 KM, 10 KM)
  • Mittel-Rhein-Marathon (nach HM abgebrochen)
  • Neuss (10 KM) - nun ist es aber Tradition
  • Medoc (M) - unbedingt zu empfehlen und die maximale Zeit 6:00:00 ausnutzen, würde ich gerne noch einmal Laufen.

2011 

  • Futuroscope (M) - mit 2 Freikarten für den Freizeitpark verbunden. Muss man nicht gelaufen sein.
  • Neuss (10 KM) - Traditionslauf
  • Beaujolais (M) - schön (zumindest die ersten 20 KM) aber nicht so beeindruckend wie im Medoc

Der Kamin heizt!


Was lange währt wird endlich gut. Der Kaminkessel 62/76 von Brunner ist in Betrieb! Seit Mittwoch den 25.1.2012 um 14:30 brennt das Feuer hinter der Scheibe. Wohlige Wärme strahlt er ab, so dass die Heizkörper alle im Wohnraum aus sind. Rund um die Scheibe sind die Wände kühl, denn die meiste Energie (60%) steckt er in das Heizungswasser, das nun um 19:30 bereits 70 Grad warm ist und wir weitere Heizkörper im Atelier von Elisabeth anmachen, denn wir haben (noch) keinen Wärmespeicher installiert.

Alles mit Holz, dass in einem offenen Kamin schon längst verbrannt wäre. Wir sind begeistert. Schauen wir mal, ob wir damit den Ölmultis ein Schnippchen schlagen können. 

27.1.2012 Nun sind wir schon den 2. Tag im Dauerbrandbetrieb. Morgens und manchmal auch während des Tages springt die Ölheizung noch an, vermutlich können wir das vermeiden, wenn wir schnell Holz nachlegen. Der Kaminkessel kann mit 4 -  7 kg / Abbrand  (14 - 24.5. kWh) bestückt werden. 3 Raummeter sind da und weitere 5 bestellt, schauen wir mal wie lange das reicht. 

Ein super schlechter Tag

Ich habe geglaubt, es gibt sie nicht mehr die trüben Wintertage: kalt, Regen und ungemütlich. Doch gestern war mal wieder so ein Tag toll. Das besondere an diesem Tag: Ich bin gelaufen. An einem Tag an dem man keinen Hund vor die Tür schickt. Als ich wieder zurück war, habe ich mich echt gut gefühlt. Denn diesen kleinen Schweinehund, der dauernd mir soufflierte: "Heute brauchen wir nicht laufen!" habe ich überwunden.

IMG_1342IMG_1340


An den Wegstrecken der Loire scheint es dauerhaft zu regnen, denn sie steigt und steigt. 










Die Baumgruppe in der Mitte der Loire, steht sonst immer am rechten Ufer!


Neues Jahr 2012

Wir haben einen wunderschönen Abend verbracht! Dank', Peter, Babeth und natürlich ich!

Eine schönes Essen

- Austern mit Champagner

- Foi gras mit Jurassons 2006

- Jakobsmuscheln mit Pouilly Fumé 2006

- trou normande mit ....

- Tourendes an 3 Püree Kartoffeln, Karotten und Sellerie mit St. Estéphe Château Montrose 1982

- Pavé de Mac Ferreire

Ach ja, und es wurde auch der Jahreswechsel begrüßt, mit ungefähr 26 Minuten Verspätung. 

Der kürzeste Tag

hat begonnen mit einem Lauf an die Loire. Sie hat bereits ein hohes Niveau erreicht. Bin gespannt wie sich das entwickelt.

Joachim

Da hatten wir Glück! Wie wir heute im Rückblick 2011 aus unser Wochenzeitung "La semaine de l`Allier" entnehmen konnten war der Sturm am 16.12. d.J.  mit 131 km/h der heftigste in 2011. 


Stimmt - ein Dachziegel hat  es heruntergeweht und etliche in Schieflage gebracht. Gut das wir vor Ort waren, so konnte ich die Ziegel richten und die fehlenden wieder neu einsetzen. Gut dass ich in früheren Jahren mal als Dachdecker ausgeholfen habe.


Was berichtet die Zeitung sonst noch?

  • Minimaltemperatur im Nachbarort Dompierre-sur-Besbre -7,1 Grad
  • Maximaltemperatur im gleichen Ort 38 Grad
  • 5 Tage Schnee in Vichy
  • April, Mai und August waren die sonnigsten Monate (2200 Stunden ggü. 1857 normalerweise)
  • Juli, August (?), September die regnerischsten Monate


Marathon de Beaujolais

Am 19. November 2011 ca. 10:30 Uhr war es mal wieder so weit. In Fleury stehe ich am Start mit über 1000 anderen Teilnehmern. Und los geht es! Wird das Training ausgereicht haben? Das Beaujolais ist ganz schön hügelig, da werden ganz schöne Höhenmeter zusammen kommen.

Es geht los! Ich gehe den Lauf ganz ganz langsam an. Vorgenommen habe ich mir unter 6 Stunden und das einschließlich der Weinverkostung, die auch diesem Marathon seinen Charme geben.


Als erstes "Durchlaufen" wir das Château de Corcelles, nicht ganz so beeindruckend wie die Schlösser an der Loire, und doch hat es seinen Charme und steht den Schlössern im Medoc in nichts nach.

Da ich noch keinen richtigen Eindruck von der Strecke habe, lasse ich die mögliche Weinprobe erst mal aus. Ich werde - so habe ich es mir vorgenommen - jeweils eine Flasche der "durchlaufenen" Schlösser kaufen und im Herbst diesen "Weinmarathon" mit Freunden nachholen, natürlich im Sitzen! 


Weiter geht es, als Letzter wie üblich und das hinter dem Besenwagen. In Frankreich wird das alles nicht so genau genommen. 

Ab Kilometer 6,5 habe ich die "Laterne" weitergegeben. Eine Läuferin und der Besenwagen sind nun dauerhaft hinter mir.



Nächste Station Château de Pizay und eine riesige Überraschung: Die Strecke führt durch den Weinkeller ebendiesen Château. Die Musik klingt gut, das "Buffet" mundet gut und der Wein ist ausgezeichnet. Fast habe ich vergessen, das ich hier einen Marathon laufe. Also weiter ....

Die Zeit auf diesem Abschnitt vergeht wie im Fluge. Ich bin immer wieder überrascht, wenn wieder die nächste Kilometermarke auf mich zukommt, und ich den Eindruck habe gerade mal 500 Meter gelaufen zu sein.

Als nächstes durchlaufen wir Château de la Terrière. Hier spreche ich mit den Zuschauern, die sich aber nicht als die Besitzer, sondern als ganz "normale" Zuschauer outen. Weinverkostung im Plastikbecher. Ist nicht so mein Ding, also weiß ich leider nicht wie der Wein hier schmeckt. 







Keine 3 Km weiter, das nächste Schloss Château Ravatys. Da es auch hier nur Plastikbecher gibt, leider kein Kommentar zum Wein. Ich bin bisher etwas mehr 15 Km gelaufen und bin sehr frisch. Vielleicht hat es etwas mit dem beginnenden schlechten Wetter zu tun: Es regnet! 

Knapp 5 Km weiter das Château de la Brasse. Anschließend Halbzeit in Charentenay. mit einem Konzert, das an frühere Jahre erinnert.

Dieser Browser kann die eingebettete Videodatei nicht abspielen.

Kurz danach das Château de Sermezy à Charentay. Ein riesen großer Park, auf den Wegen sind von  Kindern gemalte kleine Plakate aufgestellt. Wir laufen durch das "Wohnzimmer" über die Terrasse und genießen den Ausblick, unglaubliche Perspektiven.  

Die Strecke wird danach langweiliger. Keine weiteren Schlösser und auch die Leichtigkeit 1 Km gelaufen und nur 500 Meter gefühlt sind vorbei. Das Training beginnt sich auszuzahlen. Km 30 lieht hinter mir, nun sind es noch etwas mehr als 12, ein Klacks. Zwei Strecken vereinen sich: die vom Marathon und die vom Marathon. Man sieht es nicht an der Farbe der Startnummer, ob die Läufer die gesamte oder nur die halbe Strecke gelaufen sind. Zwischenzeitlich hat der Regen wieder aufgehört.


Arnes wird passiert, hier wurde der Halb-Marathon gestartet und in wenigen Minuten wird der 12,8 Km-Lauf gestartet. Ich selbst bin nun bereits über 4 Stunden unterwegs. Ein Höllenspektakel. Wenige Minuten später füllt sich die Piste mit frischen Läufern. Ich werde wieder überholt, diesmal links und rechts und jedes Mal mit viel Tempo. Es sind die frischen Läufer. Auf der einen Seite bin ich nicht mehr "alleine" unterwegs, auf der anderen Seite empfinde ich eine gewisse Unsicherheit bei den Überholmanövern.


Der Einlauf in Villefranche sur Saône war wieder sehr schön. versteckte Höfe und ein überdachter Markt mit einem kleinen Schönheitsfehler: Es ging anschließend über viele Stufen wieder auf die Strecke, die letzten 500 Meter. Im Ziel gab es Geschenke und ein nettes Andenken an den Lauf: 

Ein Weinverkostungsbecher! Elisabeth konnte mich nicht finden, denn ich war umgeben mit einer Vielzahl von Läufern, meist von denen, die die 12,8 Km gelaufen sind. Nach mir kamen noch über 25 Marathonläufer ans Ziel. Herzlichen Glückwunsch! Am Ende waren es nur 266 Meter Höhendifferenz (+266 und - 382, die aber genauso anstrengend waren). 


Der genaue Streckenverlauf ist bei Garmin aufgezeichnet. Ich schaue mal, wie viele Höhenmeter die anderen Läufe hatten. Gefühlt würde diesem hier die höchste Punktzahl geben.


Croisière des Corsaires

127 Kilometer in 30 Stunden von Dinan nach Messac. Wir werden 57 Schleusen und verschiedene sehr niedrige Brücken passieren. Ein Erlebnis zu "fünft": Bea, Elisabeth, Jean-Pierre und Sabine. Ich habe noch meine "Kappithän-Mütze" von unserer Fahrt auf dem Kanal de Midi (2004, Narbonne - Carcassone, 87 Km, 43 Schleusen, 23 Stunden Fahrtzeit)

Wir starten auf dem Canal d´Ille-et-Rance in Dinand. 1804 unter Napoleon I. begonnen, um die englische Seeblockade zu umgehen. Was für eine Koincidence - der Nordkanal in Neuss wurde aus gleichem Grunde geplant. 1814 wurden die Arbeiten eingestellt. In der zeit von 1822 bis 1832 wurden die Arbeiten von einer privaten Gesellschaft beendet. An der Schleuserhäuschen kann man den Unterschied in der Finanzierung erkennen: im 2. Bauabschnitt sind sie deutlich kleiner. Wir übernehmen das Boot am Montag den 18.6. um 17:00. Nach Einweisung, Probefahrt und Boot beladen ist es 19:30, Zeit zu essen. Im Hafen finden wir das passende Restaurant. 

Dienstag, den 19.6.: Dinand ist eine sehr schöne alte Stadt. Sie befindet sich auf einem Hügel von dem das Rancetal eingesehen werden kann. Wir besichtigen die Stadt, so dass wir erst am Dienstag den 18.6. um 14:14 unsere Fahrt beginnen. Die Schleusen sind nur von 09:00 - 12:30 und 13:30 - 19:00 geöffnet. In den nächsten Tagen bestimmten sie unseren Tagesrhythmus. So schon am ersten Tag, denn um 16:30 wird uns erklärt, "die nächste Schleuse erreichen Sie nicht mehr rechtzeitig", d.h. sie können auch hier bleiben. Das war bei PK 67 vor Evran.

Mittwoch, den 20.6.: Wir starten um 09:30 nach dem Frühstück und fahren bis St. Domeneuc (PK 59). Ein Ausflug zu Fuß zum Château de la Bourbansais, Besichtigung und wieder zurück und schon sind es 17:00. Kein Wunder das wir nur bis PK51 kommen: 18:59 Schleuse geschlossen. Gegenüber dem Zeitplan gemäß Reederei sind wir fast einen Tag bereits zu spät. Schauen wir mal! Uns gefällt es und wir machen uns nicht wirklich Sorgen. Ach ja, es ist bereits der zweite Tag ohne Internet und Email, vielleicht gewöhne ich mich doch daran.

Donnerstag 21.6., um 09:03 starten wir im Sonnenschein. Tinténiac (Festung von Montmoran) lassen wir wie die Sonne rechts liegen. Es regnet plötzlich in Strömen. Bretagne!  Die ersten 3 der 11-stufige Schleuse erklimmen wir im Regen. Vor uns eine der wenigen noch erhaltenen und fahrenden Peniche. Heute wird sie genutzt um mit Kindergarten und Schulkindern eine Ausflug zu machen. Wir machen Mittagspause bei Hédé. Die Besichtigung fällt wegen strömenden Regen aus. Es soll eine malerischer Ort mit engen Gässchen und hängenden Gärten sein, das von einer Burgruine aus dem Mittelalter überragt wird. Punkt 14:10 geht es mit Sonnenschein weiter. Bis zu den Schleusen 10 und 11 wechselt das Wetter mindestens 3 Mal: Von Sonne zu heftigen Regen um wieder mit dauerhafter Sonne weiterzumachen. An den  Schleusen 10 und 11 ist der Strom ausgefallen. Der Schleusenwärter muss die Hydraulikpumpe für den Notfall einsetzen. Dabei können wir einen handfesten Streit zwischen Schleusenwärter und Besitzers eines Gites (ehemaliges Schleusenwärterhäuschen) beobachten. Weiter geht es auf  der 7 Kilometer langen Wasserscheide (Bief de partage) des Kanals. Ab jetzt wird abwärts geschleust. Wegen einem Missverständnis unter den Schleusenwärter dürfen wir uns an Schleuse "Villemorin" knapp 1 Stunde in Geduld üben, bis es weiterging. Dafür durften wir jedoch noch 6 weitere Schleusen nehmen. Bei Schleuse "Haute Roche" passe ich einen Moment nicht auf und verliere ich meine "Kappithän-Mütze", als ich mit dem Kopf vor die niedrige Brücke donnerte. Schnell gebrachte Eiswürfel mindern die Beulenentwicklung. Kurz vor Kilometer 30 bei Montreuil-sur Ille endet unsere Fahrt für heute.

Geburtstag, ein schöner Tag beginnt. Über St. Médard Sur Ille, St.-Germain-sur-Ille (beide nicht gesehen) und Betton (nicht zu empfehlen) beeilen wir uns, am späten Nachmittag noch Rennes (1) zu erreichen.  In Saint-Germain-sur-Ille existiert heute noch eine Schreinerei, die 2 bis 3 Schleusentore  im Jahr herstellt. Sie werden im Winter eingebaut, wiegen 3 Tonnen und halten knapp 35 Jahre. Geschafft! Unsere heutige letzte Schleuse "Le Mail" ist auch die zuletzt in 1832 fertiggestellte. Wir liegen am Quai St.Cyr; die letzten duschen noch und dann ab ins Getümmel. Nach Pierrefitte und ein paar Tagen auf dem Boot sind wir die Autos, die vielen Leute, den Krach fast nicht mehr gewohnt. Nach wenigen Minuten haben wir uns daran gewöhnt und genießen die Atmosphäre. Galettes und Crepes werden zum Cidre bestellt. Wunderbar, haben wir lange nicht mehr so authentisch gegessen. 2002 waren wir das letzte Mal in der Bretagne. Am Abend in habe ich mir noch Deutschland - Griechenland in einer Kneipe gegönnt, 4:2 "wir" sind im Halbfinale. Nach dem man mich schon lange mit "Haben Sie mal Feuer" anspricht, bekam ich mein Bier doch zum ersten Mal mit "Voilà Messieurs" serviert. Ich werde mich dran gewöhnen.

Samstag, den 23. Juni: einkaufen auf dem Markt von Rennes und endlich mal wieder Email über WLAN abrufen. Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche. Wir kaufen Fische bei einem der 12 Fischhändle auf dem Markt. Melonen, Pflanzen und und.... ein. Bei unsere Rückkehr zum Boot bemerken wir wie der Kanalbereich in dem angelegt haben, abgesperrt wird. Auf Nachfragen erfahren wird, dass die Sperrung bis zum Abend wegen der Kanuregatta andauern wird. Fluchtartig verlassen wir Rennes und kommen am über Pont-Réan (2) am Abend in Bourg-des-Comptes an. Jetzt sind wir auf der Vilaine (3) und unsere Kanalfahrt hat sich in eine Flussfahrt  verwandelt. Die Vilaine ist deutlich breiter als der Kanal. Überraschung am Abend Fétés des Musique, 4 Bühnen keine 50 Meter von unserem beleuchteten Anlegeplatz. So muss kreuzfahren sein, wenn die grossen Boote in den Häfen begrüßt werden. Wir genießen das Fest.

Die Wassermühlen an der Vilaine sind wie die meisten der 5000 Mühlen in der Bretagne aufgegeben, teilweise in privatem Besitz. Am nächsten Morgen, Jean-Pierre hat Baguetes, Croissants und Pain au Chocolat beim Bäcker gekauft. Nach dem Frühstück Abfahrt im Nieselregen. Wir sind schneller als geplant, die letzte Schleuse vor unserem Zielhafen Messac passieren wir um 11:15. Jetzt haben wir noch knapp 8 Kilometer vor uns und unsere Kanalfahrt 2012 wird beendet sein. Ich springe jetzt unter die Dusche, um rechtzeitig zum Mittag fertig zu sein. Messac ist die Wiege der Kartoffeln in Frankreich. Sie wurde hier zum ersten Mal 1771 vom Abt Vincent Cawiesel angepflanzt. Nach dem Essen Abmarsch von Jean-Pierre und mir zum Bahnhof. Mit der SNCF für 19,60 € pro Person nach Dinand, anstelle von 300 € für das Taxi. Messac - Rennes - Dole de Bretagne - Dinand. Abmarsch zum Hafen und mit beiden Autos zurück nach Messac. Gemeinsames Abendessen ....

(1) Rennes
Hauptstadt der Bretagne, liegt am Zusammenfluss von zwei Flüssen: der Ille und der Vilaine. Der römische Name lautet Condate - Zusammenfluss.

(2) Pont-Réan
Wichtiger alter Transportweg zwischen Rennes und Redon. Ab dem 17. Jh. existierte eine Holzbrücke, die wegen Unrentabilität aufgegeben wurde. Die heutige Stein- und Schieferbrücke stammt aus dem Jahr 1757.  

(3) Vilaine
Die Vilaine (229 km Länge, ist durch 15 Schleusen auf 139 km schiffbar) war nach dem Lot der zweite kanalisierte Fluss Frankreich, und schon 1542 fuhr das erste Schiff von Redon nach Rennes. Die heutigen Schleusen, Mühlen und Sperrwehre stammen aus dem 18. Jh. 

Hugo

P1060219

Im November 2012 haben wir uns von Bea verabschiedet. Sie hat fast 14 Jahre unser Leben bereichert und wir haben sie in Frieden von uns gehen lassen.

Wir wollen eigentlich mal ein Jahr ohne Hund einlegen, aber wofür macht man Pläne? Um sie zu ändern, um sie an die neuen Gegebenheiten anzupassen!

Ohne einen Hund wie Bea fehlt uns was, das wissen wir jetzt und haben uns umgeschaut und Hugo gefunden. Er wohnt seit Dezember bei uns. Er gewöhnt sich an uns, wir uns an ihn. 



© Thomas W. Grünschläger 2012 - 2016